Kernseife, mein Lieblingsthema

Vor einiger Zeit bekam ich eine hundert Jahre alte Kernseife von einer lieben Kundin geschenkt.

Unglaublich, so ein altes Stück und noch immer nicht ranzig.

Wie kommt das ?

Wie kann eine Seife so lange halten ?

Viele Kunden erzählen, dass ihre Großmütter die Seifen zur Lagerung auf den  Fürstbalken ihres Hauses gelegt haben.

Und so manch ältere Frau kann sich daran erinnern, wie ihre Mutter Seife selbst hergestellt hat. Vor etwa zwei Generationen gehörte Seife sieden noch zur Aufgabe einer Bäuerin.

 

Früher wurde verseift was es auf den Höfen gab, Schweineschmalz und tierische Fette.

 

Mit Hilfe von Pottasche, die mühevoll aus Buchenholz gewonnen wurde, stellte die Bäuerin die Lauge her.

 

Der so entstandene Seifenleim wurde mit Salz weiter bearbeitet,

die Seife wurde ausgesalzen.

 

Durch Salz trennt sich das natürliche Glyzerin, das bei der Seifenherstellung als hautpflegendes Nebenprodukt entsteht, von der Seife.

 

Oben im Topf schwimmt der harte Seifenkern und unten in der Flüssigkeit befindet sich das abgetrennte Glyzerin und sonstige Unreinheiten.

Der Seifenkern hat nun keinen Fettanteil mehr, deshalb ist die Kernseife lange haltbar und unglaublich reinigend.

Dieses uralte Verfahren wenden wir bei der Produktion unserer Putzseifen an.

Unsere Seifenreste werden in Wasser aufgelöst und aufgekocht. Durch das Zugeben von Salz trennt sich das Glycerin, Kräuter und Düfte vom Seifenleim.

 

Jetzt wird der Seifenkern abgeschöpft und erneut wieder aufgelöst.

Diesen Vorgang wiederholen wir mindestens vier bis fünf Mal. Nach jedem Durchgang wird die Kernseife heller und schöner.

Nach dem Ausformen lagern wir sie einige Wochen zum trocknen.

 

Ich liebe Kernseife.

Sie riecht nach echter, ursprünglicher, ehrlicher Seife.

Für die Umwelt gibt es nichts besseres.

 

Anwendung der Kernseife

Fenster, Wäsche, Böden, Fliesen, Fugen, Waschbecken, Badewannen und Ceranfeld. Sie löst sogar hartnäckigen Schmutz von Fliesen und Kacheln und lässt sie wieder in strahlendem Glanz erscheinen. 

 

Ökologisches Waschmittel

Um Wäsche zu waschen, reibe ich etwa einen Esslöffel voll Kernseife mit einer Küchenreibe direkt ins Waschmittelfach und gebe 1 EL Natron, bei stark verschmutzter Wäsche noch 1 EL Soda dazu. 

 

Ins Weichspülfach kommen 2 EL Apfelessig als Weichspüler und Farbfixierer.  Je nach Bedarf 1-3 Tropfen reines ätherisches Zitronen-, Orangen- oder Lavendel, um die Wäsche fein zu beduften.  

So unkompliziert kann man der Umwelt gutes tun.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hans (Freitag, 06 Oktober 2017 20:31)

    Sehr schöne Seite! Eine Frage: stellt ihr Eure Kernseife mit Pottasche oder Natronlauge her?

  • #2

    Melanie (Freitag, 06 Oktober 2017 21:21)

    Hallo Hans, vielen Dank.
    Wir stellen unsere pflegenden Naturseifen grundsätzlich mit NaOH her.
    Die Kernseife wird aber nur noch ausgesalzen.