Mikroplastik in unserem Körper

Alle wollen zurück zur Natur.

Aber keiner zu Fuß.

Werner Mitsch (1936-2009)

Mikroplastik ist tatsächlich schon im menschlichen Körper festgestellt worden. 

Zu diesem Thema ist der Vortrag von Prof. Dr. rer.nat. Andreas Fath empfehlenswert.  Prof. Fath ist als Extremsportler und Wissenschaftler den Rhein komplett durchschwommen und hat dabei unglaubliche Kenntnisse über Mikroplastik und sonstige Verunreinigungen im Rhein erforscht.

 

Er sagt: "Die Flüsse sind die Spiegel unserer Gesellschaft."

Diclophenac, Spülmaschinentabs, Beta-Blocker und natürlich Mikroplastik sind nur einige wenige Stoffe, die er dabei im Rhein in seinen Wasserproben analysiert hat.  Gleich 3 Tonnen Antibiotika fließen jährlich durch den Rhein in die Nordsee.

100 Tonnen Süßstoff  gelangen jährlich in die Nordsee durch den Rhein.

Diclofenac ist ein Arzneiwirkstoff bei Entzündungen und Schmerzen der Gelenke und gelangt durch Abduschen unserer Haut  in unsere Kanalisation. Genau wie Antiobiotika geht dieser Wirkstoff ungefiltert durch die Abwässerkanäle hindurch.

 

Wenn es um Kunstoff- und Verpackungsmüll geht, kochen die Gemüter hoch. Es gibt selten ein Thema, bei dem so emotional diskutiert wird.

Kunststoff hat auch seine Berechtigung. Bei der Herstellung wird weniger Energie verbraucht als zum Beispiel für die Reinigung und Recycling von Glasflaschen.  Das eigentlich Schädliche der Kunststoffe sind die Hilfstoffe, die Weichmacher die sich in den Gewässern, Flüssen und Meeren anreichern und von den Fischen gefressen werden.

Das nicht fachgerechte Entsorgen der Kunststoffe ist das eigentlich Schlimme und täglich finden sich achtlos aus dem Auto geworfene Kaffeebecher, Zigarettenschachteln und sonstiger Unrat in unserer Weide und unserem Wald.

 

Dieses Makroplastik baut sich zu Mikroplastik ab, sickert in unser Grundwasser und somit trinken wir es dann. 

Primäres Mikroplastik ist in Duschgels, Peelings und Zahncremes enthalten, das genauso ungefiltert durch die Abwassersysteme in die Meere gelangt. Auf unseren Tellern landet es schließlich durch gefangene Fische und Meersalz.

Laut Studie verbrauchen wir 37 kg Plastikmüll in Deutschland pro Jahr und Mensch. Bei einem vier Personenhaushalt kommt ganz schnell ein ordentlicher Berg zusammen. Diese Plastikberge müssen entsorgt werden. In Deutschland werden 50 % des Plasikmülls wiederverwertet. Was passiert aber mit den anderen 50 Prozent? 

 

Es gibt viele Möglichkeiten seinen Haushalt plastikfrei zu gestalten.

 

In den letzten Jahren habe ich viele Menschen kennen gelernt, die ebenfalls Verpackungsmüll vermeiden möchten und gleiche oder ähnliche Werte leben wie ich und meine Familie. Das macht Mut und bereichert ungemein.

 

So versuchen wir unseren Kindern vorzuleben, mit wenig Verpackungsmüll auszukommen und hochwertige Produkte selbst herzustellen. Jeder kann sich hochwertige Lebens-, Kosmetik- und Reinigungsartikel leisten. Wir haben es geschafft, indem wir unsere  Prioritäten verändert haben.  

 

Auch unsere Nachkommen möchten mit einer gesunden Natur aufwachsen, das ist unsere Motivation.

Wer bewusst lebt, kauft anders ein.

Brot backen wir selbst, das Mehl beziehen wir vom Müller in Papiersäcken. Wurst und Fleisch gibt es für unsere Familie aus eigener Erzeugung. Ein Metzger verarbeitet unsere Fleisch zu Wurst, wir haben eigene Bienen. Beim Frühstück ist leckerer Wald- oder Tannenhonig nicht mehr weg zu denken. Gemüse haben wir im Sommer im eigenen Garten und im Winter aus der Biokiste vom Biogärtner aus der Region.  Naturjoghurt kann mit Kuhmilch vom Nachbarn fermentiert werden. Nicht nur in der Ernährung, sondern gerade in der Kosmetik lassen sich alle Produkte selbst herstellen.

 

Wenn wir Duschcreme oder Shampoo brauchen, rühren wir das schnell selbst. Ansonsten reicht uns unsere Naturseife für Körper und Haare. Sogar den kompletten Haushalt und Wäsche reinigen wir mit Efeu, Rosskastanie und echter Kernseife. Gute Lebensmittel die wir nicht selbst haben, besorgen wir uns beim Landwirt oder Biogärtner.

 

Wer will, der findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden. 

 

Am meisten freue ich mich über unsere ökologische und nachhaltige Haushaltsreínigung. Um Küche und Badezimmer sauber und sogar Wäsche porentief rein zu bekommen sind die Helfer aus dem Garten unverzichtbar geworden. Mit Efeu, Rosskastanie und Kernseife  lässt sich schnell und unkompliziert ein Flüssigwaschmittel auf Vorrat herstellen.

 

 Die Wäsche wird sauber und das Efeumittel kann für alle Wäschearten verwendet werden. Weiße Wäsche, Koch- und Buntwäsche, Feinwäsche, Wolle und Seide.

 

 Einfach 5 Handvoll Efeublätter in 5 Liter Wasser aufkochen und die Blätter abseihen.

 

100 Gramm echte, geriebene Kernseife in den Efeusud geben und darin auflösen.

 

Nach dem Abkühlen der grüne Efeu-Kernseifensud in leere Milchflaschen abfüllen. Für eine Waschladung reichen 20-30 ml.

Die Wäsche riecht wieder frisch nach Wäsche und nicht nach künstlichem Parfum.

 

Wer einen Duft braucht, gibt zusätzlich 5 Tropfen reines ätherisches Öl ins Weichspülfach.

Bei stark riechender Wäsche gebe ich 2 Esslöffel Natron und Zitronensäure dazu.  Viel Spaß beim Nachmachen. 


Das Buch zum Vortrag von Andreas Fath

Rheines Wasser

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