Inhaltsstoffe in industriellen Seifen

(1)  Inhaltsstoffe von Seifen

 

 

 

Bedeutung und Funktion der einzelnen Inhaltsstoffe

 

Erklärungen zu Funktionen und Wirkstoffen: Suchmaschine von https://www.haut.de

 

Beschreibung und Bewertung der Inhaltsstoffe: https://www.codecheck.info (auch für Mobiltelefone) oder www.bund.net/toxfox 

 

 

 

INCI

 

Ähnlich wie bei verpackten Lebensmitteln gibt es auch auf Kosmetikprodukten eine Art Zutatenliste. Die Kennzeichnung erfolgt nach einer internationalen Vereinbarung – genannt INCI (englisch: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, deutsch: Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe).

 

Reihenfolge der Inhaltsstoffe: Vorn steht der Haupt­bestand­teil

 

Das Kosmetikrecht in der EU sieht vor, dass alle Bestandteile eines Deos oder einer Creme in einer bestimmten Reihenfolge aufgeführt werden müssen: Die Inhaltsstoffe werden nach ihrem Gewichtsanteil in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Je mehr von einer Substanz enthalten ist, desto weiter oben ist sie aufgeführt. Dies gilt für alle Inhaltsstoffe, die jeweils über ein Prozent des Inhalts ausmachen.

 

Parfum: 26 Duftstoffe deklarationspflichtig

 

Stoffe zur Parfümierung müssen nicht einzeln angegeben werden, sondern können unter dem Begriff Parfüm oder Aroma zusammengefasst werden. Für 26 Duftstoffe jedoch, die europaweit am häufigsten bei Menschen Allergien hervorrufen, gilt seit dem eine Kennzeichnungspflicht: sind sie im Produkt in einer bestimmten Menge enthalten, müssen sie auch einzeln angegeben werden: z.B. BENZYL ALCOHOL, CITRAL, GERANIOL , ANISE ALCOHOL, LINALOOL, BENZYL BENZOATE, CITRONELLOL, LIMONENE, METHYL 2-OCTYNOATE) (Art. 19 Abs. 1 g) der EG-Kosmetik-Verordnung)

 

 

 

Prinzipiell lassen sich die Inhaltsstoffe der INCI-Liste in 3 Klassen einteilen:

 

1 Basisstoffe
Sie bilden die Grundlage jeder Creme und stehen daher im oberen Drittel der Zutatenliste. Gute Pflege orientiert sich dabei an der Zusammensetzung des Hydrolipidmantels der Haut. Das heißt: Sie versorgt uns mit einer Mischung aus Wasser (Aqua) und Fett.
Gut sind grundsätzlich zum Hauttyp passende Pflanzenöle und ihre Fettbausteine, etwa Caprinsäure (Capric), Caprylsäure (Caprylic), Palmitinsäure (Palmitic), Linolsäure (Linoleic), Jojoba-Öl (Buxus Chinensis) und 
Sheabutter (Butyrospermum Parkii).
In konventioneller Kosmetik werden häufig Mineralölprodukte als Basisstoffe verwendet, wie zum Beispiel Vaseline (Petrolatum) und 
Paraffin (Mineral Oil, Paraffinum liquidum), oder Silikon (Dimethicone). Physiologisch betrachtet sind dies aber hautfremde Stoffe, die lediglich an der Oberfläche bleiben und keine echte Pflege liefern.

 

2 Wirkstoffe
Sie befinden sich im Mittelfeld der INCI-Liste und werden verwendet, wenn neben der generellen Pflege spezielle Effekte erwünscht sind – wie zum Beispiel 
Fältchen glätten, sensiblen Teint beruhigen oder Pickel verhindern. Beliebt sind zum Beispiel Vitamin A (Retinol), Vitamin C (Ascorbic Acid, Ascorbyl Palmitate), Vitamin E (Tocopherol), Coenzym Q10 (Ubichinone) und Hyaluronsäure (Hyaluronic Acid). Die INCI-Bezeichnungen für pflanzliche Inhaltsstoffe bestehen aus dem lateinischen Namen der Pflanze, meist gefolgt vom verwendeten Pflanzenteil sowie der Art der Zubereitung (zum Beispiel Extrakt). Eine spannende Übersicht natürlicher Wirkstoffe und ihrer INCI-Namen findet ihr auch in unserem Inhaltsstofflexikon.

 

3 Hilfsstoffe
Sie verleihen in erster Linie dem Produkt zusätzliche Eigenschaften und dienen weniger der Haut. Normalerweise sollten sie ganz unten in der INCI-Liste auftauchen, aber in herkömmlicher Kosmetik stehen sie manchmal schon auf derselben Stufe wie die Basis- und Wirkstoffe. 
Farbstoffe erkennt man an dem Kürzel CI mit fünf Ziffern (zum Beispiel „CI 40800“), Düfte am Sammelbegriff  Perfume und synthetische Konservierungsmittel oft an der Endung -paraben.

 

 

 

Bedenkliche Inhaltsstoffe

 

Folgende Inhaltsstoffe stehen im Verdacht allergieauslösend oder sogar krebserregend zu sein:

 

Halogenorganische Verbindungen: oft in der INCI zu erkennen an Silben wie –bromo, -jodo –iodo oder chloro.

 

Formaldehyd/-abspalter: häufig beschrieben mit „2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol“,  „5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane“, DMDM oder „Bronopol“, um nur einige zu nennen.

 

Emulgatoren auf Polyethylenglycolen-Basis: kurz PEG/PEG-Derivate wie Polyglycol, Polysorbate oder PPG. Diese Emulgatoren können die Haut durchlässiger machen und Schadstoffe in den Körper einschleusen.

 

Unter den Emulgatoren spielen heute auch ethoxilierte Verbindungen eine Rolle. Sie sind aufgrund ihrer Auslösemöglichkeit der Mallorca-Akne für empfindliche Haut und Neurodermitiker in der Regel nicht geeignet. Zu ihnen gehören INCI-Bezeichnungen, die auf “eth” enden, wie beispielsweise Ceteareth, Pareth, Laureth. Des Weiteren sollten Antioxidantien vom Butylhydroxytoluol-Typ (BHT, BHA) gemieden werden sowie der Komplexbildner Ethylendiamintetraessigsäure-Natriumsalz (Disodium EDTA).

 

Hormonell wirksame Chemikalien: Studie des BUND: Sonnenschutzmittel, Zahnpasta oder Baby-Shampoo: Fast jedes dritte Kosmetikprodukt in Deutschland enthält hormonell wirksame Chemikalien. Besonders stark belastet mit den gefährlichen Chemikalien sind demnach Haarwachs (36 Prozent), Sonnenschutzmittel (33 Prozent) sowie Rasierschaum und -creme (30 Prozent). Auch bei den geprüften Lippenstiften und Gloss-Produkten enthalten 27 Prozent hormonell wirksame Stoffe, bei Zahnpasta ist es jedes fünfte Produkt. Besonders stark belastet sind laut BUND gerade die höherpreisigen Produkte von Marktführern, wo fast jedes zweite untersuchte Produkt hormonell wirksame Stoffe enthält. Bei konventionellen Herstellern schnitten die Eigenmarken der Drogeriekette dm laut Studie mit 17 Prozent belasteten Produkten vergleichsweise gut ab. Naturkosmetik ist in der Regel dagegen unbelastet.

 

Diese 15 Chemikalien schätzt der BUND als besonders schädlich ein:

 

       Methylparaben, Propylparaben, Ethylparaben und Butylparaben, die vor allem als Konservierungsmittel dienen

 

       Ethylhexyl Methoxycinnamate (OMC), 4-Methylbenzylidene Camphor, 3-Benzylidene Camphor, die in UV-Filtern vorkommen

 

       Bezophenone-1 und Benzophenone-2 als UV-Absorber

 

       Resorcinol als Haarfärbemittel

 

       Cyclotetrasiloxane als Conditioner für Haut und Haare

 

       Hydroxycinnamic acid als Hautpflegemittel

 

       Dihydroxybiphenyl als Hautschutzmittel

 

       Butylhydroxyanisol (BHA) als Antioxidationsmittel

 

       Boric Acid zum Schutz vor Bakterien

 

       Diethyl phthalate als Denaturierungsmittel

 

 

 

(Artikel auf www.welt.de: Viele Kosmetika enthalten hormonartige Stoffe, veröffentlicht am 24.07.2013)

 

 

 

Häufige Inhaltsstoffe in industriellen Seifen

 

Bezeichnung (INCI)

Erklärung

Sodium Lauroyl Isethionate

 

Code check: unbedenklich

„Sodium“ bezeichnet das Element Natrium. Der Namensbestandteil "Lauroyl" bedeutet, dass der Inhaltsstoff als Fettsäurekomponente u. a. Laurinsäure (Dodecansäure, engl. Lauric Acid) enthält (meist über eine Acylierungsreaktion eingeführt). Isethionate sind Ester der Isethionsäure (2-Hydroxyethansulfonsäure).

Sodium lauroyl isethionate ist eine Substanz, die in kosmetischen Zubereitungen eingesetzt wird und dort als Antistatikum (verringert statische Aufladungen, indem die elektrische Ladung an der Oberfläche von z.B. Haaren neutralisiert wird), Tensid (waschaktive Substanz), Hautpflegemittel (hält die Haut in einem guten Zustand) und Haarkonditionierungsmittel (macht das Haar leicht kämmbar, geschmeidig, weich und glänzend und verleiht ihm Volumen) wirkt.

 

Stearic Acid

Code check: unbedenklich

Stearinsäure, Octadecansäure, n-Octadecansäure, Innerhalb der Kosmetik wird Stearinsäure bevorzugt als Tensid eingesetzt.

Sodium Palmitate

Code check: unbedenklich

Natriumpalmitat (Natriumsalz der Palmitinsäure)

Lauric Acid

Code check: unbedenklich

Laurinsäure, Dodecansäure, TENSID

waschaktive Substanz/verbessert die gleichmäßige Verteilung der Produkte bei der Anwendung.

 

Glycerin

Code check: unbedenklich

Glycerin ist ein Zuckeralkohol; ein dreiwertiger Alkohol, der in allen natürlichen Fetten und fetten Ölen als Fettsäureester (Triglycerid) vorhanden ist. Glycerin ist auch ein Bestandteil der Haut, es findet sich im Hydrolipidmantel der Haut wieder und wird bei der Ausscheidung hauteigener Lipide (z. B. in den Talgdrüsen) frei, deshalb gilt Glycerin als ein sehr hautverträglicher kosmetischer Wirkstoff. Es spendet der Haut Feuchtigkeit und unterstützt die Hautbarriere, um z. B. Feuchtigkeitsverlust oder leichten Irritationen entgegenzuwirken.

Wegen seiner guten Wasserbindungsfähigkeit wird Glycerin in der Kosmetik bevorzugt als Feuchthaltemittel und Feuchtigkeitsspender eingesetzt. Es kommt in vielen hautpflegenden Mitteln, z. B. in Emulsionen und feuchtigkeitsspendenden Lösungen vor.

Tetrasodium Etidronate

Code check: bedenklich

Einsatz: Produktstabilität; in der Eu ist der Einsatz beschränkt. Möglicher negativer Einfluss auf die Umwelt.

Zinc Oxide

Code check: unbedenklich

Schützt das kosmetische Mittel vor den Auswirkungen von UV-Licht.

Cocamidopropyl Betaine

Code check: unbedenklich

Tensid, schaumverstärkend, Haarkonditionierend

Sodium Palm Kernelate

Code check: unbedenklich

Inhaltsstoff auf Basis von Palmkernöl (Elaeis Guineensis Kernel Oil). "Sodium..." bezeichnet ein Natriumsalz. Tensid

(Für Naturseifen: Verwendung von Palmöl aus Umweltschutzgründen bedenlich!)

Tetrasodium EDTA

Code check: bedenklich

enthärtet das Wasser und erhöht somit die Schaummenge CHELATBILDEND

Reagiert und bildet Komplexe mit Metallionen, welche die Stabilität und /oder das Aussehen der kosmetischen Mittel beeinflussen könnten.

Problematik

Übertritt dei Hautbarriere udn schleust chemische Substanzen in den Körper, Membran der Zelle wird geschwächt. Möglicher negativer Einfluss auf die Umwelt.

Limonene

Ist ein Allergen, das in Duftstoffen( auch in reinen ätherischen Ölen) enthalten ist. Deklarationspflichtig gemäß ARt.19 Abs. 1 g) der EG- Kosmetik-Verordnung, kann Allergien auslösen.

Citronellol

Ist ein Allergen, kann Allergien auslösen. Deklarationspflichtig gemäß ARt.19 Abs. 1 g) der EG- Kosmetik-Verordnung.

CI 77007

Code check: unbedenklich

Kosmetischer Farbstoff

Färbt kosmetische Mittle und/oder gibt der Haut und/oder den Hautanhangsgebilden Farbe. Sämtliche aufgefürhten Farbstoffe stammen aus der Positivliste der Farbstoffe (Anhang IV der Kosmetikrichtlinie)

Phytic Acid

Code check: unbedenklich

Stabilisator, bindet Metallionen, welchew Stabilität und Qualität kosmetischer Produkte negativ beeinflussen könnten.

Titanium Dioxide,

Code check: abzuraten

Fitandioxid; E 171, Weißer Farbstoff

Bei Tierversuchen wurden Erkrankungen des Immunsystems und Dickdarmschädigungen ausgelöst, bei Mäusen traten zelluläre Veränderungen auf. Krebserzeugende Wirkungen unklar. Laut französischer Gesundheitsbehörde ist keine Risikobewertung möglich, deshalb wird die Zulassung dort ab 2020 für ein Jahr ausgesetzt. Weitere unabhängige Forschung unbedingt erforderlich.

TETRASODIUM ETIDRONATE

Code check: bedenklich

Emulgator, Stabilisator,macht die Seife hart,  In der EU ist der Einsatz beschränkt. Möglicher negativer Einfluss auf die Umwelt.

SODIUM TALLOWATE

Code check: unbedenklich

Tensid, schaumverstärkend

74160 – Kupferphthalocyanin

Code check: unbedenklich

Blauer Farbstoff

Sodium Thiosulfate 

Code check: unbedenklich

Tensid, schaumverstärkend

Disteardimonium Hectorite 

Code check: unbedenklich

Dimethylammoniumsalz, chemisch hergestelltes Konservierungsmittel

Octyldodecanol

Code check: unbedenklich

ein aus Erdöl gewonnes Spreitmittel, d.h. dieser Zusatz verbessert das Gefühl der Seife auf der Haut. Die Bestandteile verteilen sich (spreiten) bsser udn so entsteht eine "cremige"Haptik.

Die Seife fühlt sich also cremiger an, obwohl das mit den Inhaltsstoffen oder der Qualität der Fette gar nichts zu tun hat. (www.made-in -paradise.de)

Die Kosmetik-Hersteller verwenden 2-Octyldodecan-1-ol unter der INCI-Bezeichnung Octyldodecanol in kosmetischen Artikeln als geschmeidig-machenden Zusatzstoff zur Maskierung von Gerüchen und als Duftstoff.

 

 

 

Quellen:

 

https://www.chemie.de/lexikon/Seife.html

 

https://www.uni-due.de/~hc0014/S+WM/Gewinnung/Seifenherstellung4.htm

 

https://www.seilnacht.com/waschm/seifhers.html

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Seife

 

https://www.bvl.bund.de (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

 

https://naturalbeauty.de/fakten/naturkosmetik/so-knacken-sie-den-kosmetik-code/

 

https://www.made-in-paradise.de/about/industriell-hergestellte-seife

 

https://www.internetchemie.info/chemie-lexikon/stoffe/o/octyldodecanol.php

 

 

 

 

 

 

 

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